Leserbrief zum Bericht Wochenblatt v. 27.11.2016 - "Zu alt zum Autofahren"

Alternative Mobilität muss dringend gefördert werden.

Nicht nur für alte Menschen, sondern für alle fordert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Kreisverband Harburg schon lange die Förderung alternativer Mobilität. Die Wohnorte im Kreis Harburg müssen wieder für Menschen eingerichtet werden. Das Tempo in den Straßen muss deutlich runter. Infrastruktur für Radfahrende, für Fußgänger und vor allem auch im ÖPNV ist über Jahrzehnte vernachlässigt worden. Heute haben Leute Angst, mit dem Fahrrad in den Ort zu fahren. Warum gibt es da nicht einen Aufschrei? Noch haben wir Samtgemeinden, die ihre Bevölkerung versorgen können. Aus den umliegenden Dörfern kann man durchaus mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren. Leider kann man es bis heute kaum irgendwo abstellen und anschließen. Raserei auf den Durchfahrtsstraßen macht das Radfahren für viele unangenehm, unsicher und verhindert den Umstieg vom Auto.

Sogar fußläufig sind viele Geschäfte und auch gastronomische Betriebe erreichbar. Vor Ort gibt es noch Apotheken, Bäcker, Geschäfte und Ärzte, die für den Alltag erforderlich sind. Für Touren in der Metropolregion oder nach Hamburg muss ein funktionierender Bus- und Bahnverkehr her. Die Fahrradmitnahme muss einfach möglich sein und die Tarife sollten übersichtlich und einfach zu erkennen sein.

Wenn alles so bleibt, wie es ist, werden alte Menschen weiter nur auf das Auto setzen und es entstehen die im Bericht beschriebenen Probleme. Lebenswerte Orte, die das Autofahren unattraktiv und teuer machen, werden die Orte der Zukunft sein. Es gibt immer mehr alte Menschen, die dann sichere Straßen vorfinden. Zu Fuß gehen und Rad fahren ist gesund, umweltfreundlich, macht Spaß, fördert Teilhabe und Kommunikation und ist vor allem für jeden bezahlbar. Der ADFC fordert viel mehr Werbung für das Fahrrad als Beförderungs- und Transportmittel und die Einrichtung von komfortablen, sicheren Wegen und Abstellanlagen. Machen Sie mit, denn wir werden alle älter.

Karin Sager, Vorsitzende ADFC Kreisverband Harburg e.V. im November 2016

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erstellt: Webmaster, 27.11.2016

 

Leserbrief zum Bericht im WA vom 21.11.2016 – Fahrradunfall

Zu viele Fahrradunfälle in Winsen durch mangelhafte Infrastruktur!

Im November hat es in Winsen gerade den dritten Abbiegeunfall gegeben, bei dem Radfahrer verletzt wurden. Diese Häufung kann man nicht hinnehmen, denn Abbiegeunfälle sind durch Verbesserung der Infrastruktur vermeidbar.

Seit Jahren plädiert die Unfallforschung der Versicherer dafür, dass Radfahrende im Sichtbereich des Kraftverkehrs fahren sollten. Seitenanlagen auf Hochbordwegen sind innerorts erhebliche Gefahrenquellen. Sie machen den Radfahrer unsichtbar und verleiten dazu, diese Wege auch als Geisterfahrer entgegen der Verkehrsrichtung zu benutzen. In vielen Orten ist immer noch die Benutzung von linken Fußwegen durch Radfahrer erlaubt oder gar vorgeschrieben. Dieses behördlich verordnete Geisterfahren sollte umgehend abgeschafft werden.

Der Radverkehr nimmt zu, sogar im Winter wird in unseren Städten und Dörfern geradelt. Die vorhandene Infrastruktur ist fast überall im Landkreis sehr alt und entspricht nicht den Anforderungen, die heute an die Sicherheit des Radverkehrs gestellt werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Kreisverband Harburg e.V. fordert die Verkehrsbehörden auf, solche bekannten Gefahrenquellen zu beseitigen. Die Gesetzesänderungen dafür sind schon fast 20 Jahre alt, eine Umsetzung hätte lange erfolgen müssen. Breite Schutzstreifen und bei erhöhtem Verkehr sichere Fahrradstreifen sind mindestens erforderlich. Dazu gehören Fahrradampeln und intelligentes Verkehrsmanagement an Kreuzungen.

Karin Sager, Vorsitzende ADFC Kreisverband Harburg e.V. im November 2016

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erstellt: Webmaster, 22.11.2016

Pressemitteilung ADFC Bundesverband

ADFC-Bundesvorstand mit neuen Fahrrad-Profis
Syberg: Durchstarten für das Fahrradland Deutschland – jetzt! 

Mannheim / Berlin, 14. November 2016
026/16 

Die Bundeshauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs hat am Sonntag in Mannheim fünf bisherige und zwei neue Vorstandsmitglieder mit der Führung des weltgrößten Radfahrerverbandes beauftragt. Neu im Vorstand sind zwei ausgewiesene Radverkehrsexperten: Bernadette Felsch als ehemalige Radverkehrsbeauftragte von München und Lothar Mittag als ehemaliger Bürgermeister der Fahrradstadt Rhede. 

Ulrich Syberg wurde als ADFC-Bundesvorsitzender bestätigt und schwörte den Verband auf ereignisreiche Zeiten ein. „Die Bundestagswahl und das Jubiläum 200 Jahre Fahrrad stehen 2017 vor der Tür. Das Fahrrad wird gefeiert, aber es tut sich noch zu wenig auf den Straßen. Kaum ein Politiker ist bereit, Autofahrern zu erklären, dass es für alle gut ist, wenn der Radverkehr mehr Platz bekommt. Für uns ist das der richtige Zeitpunkt, mit ganzer Kraft für das Fahrradland Deutschland zu trommeln. Wenn Deutschland die Energie- und Verkehrswende will, dann geht das nur mit deutlich mehr Rad- und Fußverkehr! Dafür brauchen wir ein parteiübergreifendes Verständnis.“ 

Radverkehr für die Massen ermöglichen

Die Delegiertenversammlung des ADFC beschloss außerdem ein Grundsatzpapier zur Radverkehrs-Infrastruktur. Damit schafft der Verband ein gemeinsames Verständnis dafür, wie Fahrrad-Infrastruktur konkret aussehen muss, damit sie Menschen massenhaft zum Fahrradfahren einlädt: Jung und Alt, Frauen und Männer, routinierte Radler und Neueinsteiger. 

Dafür müssen durchgängige und hochqualitative Radverkehrsnetze geschaffen und dem Rad zu Lasten des Autoverkehrs deutlich mehr Platz im Straßenraum eingeräumt werden. Das Verkehrstempo muss reduziert werden, um ein fahrrad- und fußgängerfreundliches Klima zu schaffen und die Risiken für ungeschützte Verkehrsteilnehmer zu minimieren. Radspuren müssen breit genug sein, um auch das Überholen von Cargobikes und Rädern mit Kinderanhängern zu ermöglichen. Sichtbeziehungen müssen durch intelligentes Kreuzungsdesign sichergestellt werden. Bei hohem Autoverkehrs-Aufkommen und höheren Kfz-Geschwindigkeiten müssen Radspuren durch physische Barrieren vom Autoverkehr getrennt werden. Das amerikanische Konzept der „Protected Bikelanes“ – bei dem Radspuren durch Poller, Blumenkübel oder Bordsteine von der Kfz-Fahrbahn abgetrennt werden – geht als neue Möglichkeit der Radverkehrsführung in den Katalog der Infrastrukturlösungen ein.   

Ohne Pseudo-Infrastruktur

Syberg: „Die Praxis vieler Kommunen, schmale ‚Mehrzweckstreifen‘ auf die Fahrbahn zu malen und das als Fahrradförderung auszugeben, hat ausgedient. Wer die Menschen massenhaft zum Umstieg vom Auto auf das Rad motivieren will, muss ihnen Premium-Radinfrastruktur anbieten. Dass dabei der Platz in den Städten neu verteilt werden muss, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Jetzt muss es auch wirklich passieren!“         

Neuer Vorstand legt los

Der ADFC-Bundesvorstand wird für zwei Jahre gewählt, arbeitet ehrenamtlich und setzt sich nun wie folgt zusammen: 

Bundesvorsitzender Ulrich Syberg (60)

Ingenieur, Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung im Rat der Stadt Herne
Mitglied des Planungsausschusses des Regionalverbandes Ruhr
Vierte Amtsperiode 

Stv. Bundesvorsitzende Bernadette Felsch (42)

Reiseverkehrskauffrau, Diplom-Verwaltungswirtin, Diplom-Politologin
Leitung des Umwelt- und Gesundheitsreferates der Landeshauptstadt München, zuvor Radverkehrskoordinatorin
Neu gewählt 

Stv. Bundesvorsitzender Lothar Mittag (62)

Pädagoge, selbständiger Berater
Bis 2015 Bürgermeister der Stadt Rhede und Präsidiumsmitglied der AGFS NRW
Neu gewählt 

Stv. Bundesvorsitzende Birgit Kloppenburg (48)

Diplom-Volkswirtin
Controllerin bei den Stadtwerken Lübeck
Sechste Amtsperiode 

Stv. Bundesvorsitzender Ludger Koopmann (62)

Sozialarbeiter und Elektroniker
Ehemals Landesvorsitzender des ADFC Bremen
Vierte Amtsperiode 

Stv. Bundesvorsitzender Mario Junglas (63)

Theologe und Jurist
Bis 2014 Leitung des Berliner Büros des Deutschen Caritasverbandes
Zweite Amtsperiode 

Stv. Bundesvorsitzender Dr. Gereon Broil (60)

Ökotrophologe
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Bonn
Dritte Amtsperiode 

Foto-Hinweise: Fotos der ADFC-Bundeshauptversammlung und des neu gewählten ADFC-Bundesvorstands finden Sie auf unserem Fotoserver (v.l.n.r.: Mario Junglas, Gereon Broil, Ulrich Syberg, Bernadette Felsch, Lothar Mittag, Ludger Koopmann. Es fehlt: Birgit Kloppenburg). Fotos des ADFC-Symposiums „Fahrradland Deutschland. Jetzt!“ finden Sie ebenfalls dort. Quelle: Bauer / ADFC.  

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Startschuss für Radschnellweg nach Hamburg

Der "Fahrrad-Highway" von Bad Bramstedt bis Hamburg: Kreis Segeberg gibt für 100.000 Euro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag

Kreis Segeberg.  Diese Idee könnte viele Autofahrer auf das Fahrrad umsteigen lassen: Ohne den üblichen Stau auf der Straße schnell zur Arbeit ins Büro oder Geschäft oder in die Schule zu kommen. Dafür bedarf es neuer, breiter, attraktiver und gut ausgebauter Radwege, die möglichst ohne Ampeln oder andere Hindernisse auskommen, damit der Radfahrer nicht anhalten oder absteigen muss.

Dazu hat der Umweltausschuss des Kreistages jetzt für 100.000 Euro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die eine erste dieser Radautobahnen planen soll, die von Bad Bramstedt über Nützen, Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Norderstedt nach Hamburg führt. "Diese Route entlang der A-7-Achse bietet das größte Potenzial", sagt Joachim Brunkhorst, der neue Radverkehrsbeauftragte des Kreises Segeberg aus Norderstedt, der selbst begeisterter Radfahrer ist. Diese Studie soll Mitte nächsten Jahres vorliegen, deren Kosten zu 80 Prozent die Metropolregion Hamburg beisteuert.

Neuerdings stünden dafür sogar Bundesmittel zur Verfügung, kündigt der CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann aus Seth an. "Der Bund wird dafür erstmals einen eigenen Fördertopf mit zunächst 25 Millionen Euro bereitstellen." Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt habe ihm versichert, er wolle "Radverkehre pushen". Wo und wie der Radschnellweg durch die Großgemeinde verlaufen könnte, hat der Henstedt-Ulzburger CDU-Ortsverband bereits mit den örtlichen Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) ausgearbeitet, die am Freitag erstmals der Presse vorgestellt wurden. Dieser etwa zehn Kilometer lange Radschnellweg soll vom AKN-Bahnhof Haslohfurth in Norderstedt entlang der A-2-Linienstrecke zunächst über Meeschensee und Ulzburg-Süd führen. Im Norden der Großgemeinde könnte er dann über einen Feldweg bei Kisdorffeld von der L 326 abweichen und in Richtung Kaltenkirchen weitergehen, erläutert Wilfried Mohr vom ADFC.

Verbunden werden sollten diese beiden Trassen über eine völlig neue Schnellverbindung zwischen den Ortsteilen von der Maurepasstraße entlang der Krambek bis zur Straße Dammstücken in Rhen. "Wir haben das den 'Fahrrad-Highway' für Henstedt-Ulzburg genannt, der ausschließlich von Radfahrern genutzt werden soll", erklärt Jens Müller vom Umwelt- und Planungsausschuss.

Diese würde ein vier Meter breiter Radweg sein, flankiert von Büschen und Bäumen und ausgestattet mit LED-Beleuchtung in der Mitte zur besseren Orientierung, kündigt der CDU-Gemeindevertreter an. Rathaus und Geschäfte im Ortskern sowie die Schulen, Kindergärten und Sportzentren wären endlich umweltfreundlich und schnell auch ohne Auto zu erreichen.

Um allerdings dafür Bundeszuschüsse zu erhalten, die der Bundestag auf Antrag der Bundesregierung noch in diesem Jahr beschließen werde, wie Storjohann ankündigt, müsste der Radschnellweg mindestens vier Meter breit und fünf Kilometer lang sein und noch mit einem zwei Meter breiten Fußweg ausgestattet sein. "Sonst wird das nicht gefördert." Auf dem ersten Abschnitt des Ruhr-Radschnellweges zwischen Essen und Mülheim, der insgesamt 100 Kilometer lang und wegen der vielen Brücken 185 Millionen Euro teuer werden soll, könne man sich eine solche LED-beleuchtete Radautobahn schon mal ansehen. Der Bund hätte dieses Projekt mit 360.000 Euro gefördert, so Storjohann. Nun sei die Landesregierung in Kiel am Zuge, dem Bund möglichst schnell Routenvorschläge zu machen, damit dies auch in Schleswig-Holstein umgesetzt werden könnte. "Wir müssen Druck von unten machen."

Für den jetzt geplanten etwa 35 Kilometer langen Radschnellweg von Norderstedt nach Bad Bramstedt rechnet Brunkhorst mit 600.000 Euro Baukosten je Kilometer, also etwa 21 Millionen Euro. Zum Vergleich: Ein Kilometer Bundesautobahn kostet etwa zehn Millionen Euro, so Storjohann.

In Norderstedt könnte der neue und breite Radschnellweg an der Schleswig-Holstein-Straße entlang führen, so der Bundestagsabgeordnete. "Und über die B 432 stelle ich mir am Ochsenzoll eine Brücke vor, über die die Radfahrer ohne anhalten zu müssen nach Hamburg reinfahren", schaut er in die Zukunft. "Es geht in erster Linie darum, ohne Stau schnell zur Arbeit zu kommen", erklärt Storjohann. Die Arbeitgeber würden sich zunehmend darauf einstellen und ihren Mitarbeitern Duschmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Quelle: abendblatt.de
erstellt: Webmaster, 13.11.2016

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Leserbrief KV Harburg

Radwege und länger Frühstück – beides fehlt!

Der Bericht vom 10. November bestätigt die Forderungen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Kreisverband Harburg e.V. Fahrradtouristen werden mehr; sie finden im Landkreis Harburg allerdings keine Infrastruktur vor, die Lust auf´s Radfahren macht und zum Wiederkommen anregt. Nicht nur brauchbare Radwege zu den touristischen Zielen fehlen. An den Heideparkplätzen, den Tierparks und allen anderen touristischen Highlights ist Fahrradparken gar nicht vorgesehen. Auch beim Einzelhandel und in der Gastronomie in der Nordheide hat man bisher nicht erkannt, dass Fahrräder sicher abgestellt werden wollen. Überall sieht man noch die üblen sog. Felgenkiller. Die meisten Fahrräder werden daneben gestellt und können nicht vorschriftsmäßig angeschlossen werden. Wer als Fahrradtourist mit Gepäck unterwegs ist, kann sein beladenes Rad nirgendwo einschließen. Es fehlen verschließbare Fahrradboxen, um in der Heide oder an der Elbe ein paar Stunden zu wandern oder gemütliche Stunden in der Gastronomie oder im Schwimmbad zu verbringen.

Das längere Frühstück kann auch nur dann genossen werden, wenn das Fahrrad sicher steht.

Karin Sager, Vorsitzende ADFC Kreisverband Harburg e.V. im November 2016

Leitet Herunterladen der Datei einArtikel Winsener Anzeiger v. 10.11.2016 als PDF

erstellt: Webmaster, 11.11.2016

Broschüre "Fahrradland Niedersachsen 2016"

Öffnet externen Link in neuem Fenster2016 präsentieren das Land Niedersachsen und die AGFK (Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen) zum ersten Mal gemeinsam die Broschüre "Fahrradland Niedersachsen".

Präsentiert werden die als "Fahrradfreundliche Kommune" zertifizierte Stadt Oldenburg, die Landeshauptstadt Hannover, der Landkreis Grafschaft Bentheim und die Region Hannover. Die neun neuen AGFK-Mitgliedskommunen werden vorgestellt. Weiterhin beleuchten viele Artikel hervorragende Beispiele der Radverkehrsförderung in Niedersachen. Eine Doppelseite "Radverkehr in Zahlen" rundet die 40 Seiten starke Broschüre ab.

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Quelle: nationaler-radverkehrsplan.de
erstellt: Webmaster, 10.11.02016

Antrag des ADFC an die Fraktionen des Kreistages

zur Bereitstellung finanzieller Mittel zur Umsetzung der Ziele des Radverkehrskonzeptes im Landkreis Harburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist allen bekannt, dass die Infrastruktur für Radfahrende im Landkreis Harburg nicht nur schlecht sondern weitreichend katastrophal ist. Der Fokus im Bereich Mobilität wurde bisher rein auf den MIV (motorisierten Individualverkehr) gelegt. In der Folge fehlen benutzbare Radwege zwischen den Orten im Kreis Harburg, Fahrradparkplätze und gute Schutzstreifen innerorts. Die Beschilderung in den Dörfern ist fast überall 30 Jahre oder älter und entspricht nicht den Vorschriften der seit fast 20 Jahren geltenden Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Der Landkreis hat ein Radverkehrskonzept in Auftrag gegeben, das die Mängel und die Erfordernisse für eine bedarfsgerechte Radverkehrsinfrastruktur aufzeigen wird. Es wird eine Prioritätenliste erarbeitet, die dann auch umgesetzt werden muss. Dafür muss Geld bereitgestellt werden.

Der ADFC Kreisverband Harburg e.V. fordert für einen Anschub zur Umsetzung der ersten Maßnahmen eine Bereitstellung von 10 EUR pro Einwohner und Jahr (2017), um die schwersten Schäden (Gefahrenstellen) zu beheben und Baumaßnahmen der höchsten Priorität zu ermöglichen. Zu lange wurde gar nichts repariert. Für die weiteren Jahre sollten jeweils mindestens 6 EUR pro Einwohner zur Verfügung stehen.

Schon der Nationale Radverkehrsplan 2020 des Bundesministeriums schätzt den Mittelbedarf der Kommunen (Städte und Gemeinden) für den Neubau, der Erhaltung und den Betrieb der Infrastruktur auf etwa 6 bis 15 EUR. Bei dem Ziel, einen guten Standard zu erreichen, wird von 8 bis 19 EUR pro Einwohner ausgegangen (Seite 63). Für die Landkreise geht man von einem Bedarf von 1 bis 6 EUR pro Einwohner und Jahr aus, je nach Ausgangsniveau.

Die ausgewiesenen Radwege im Landkreis sind so schlecht, dass sie größtenteils als Gefahrenstellen beschildert sind. Viele Wege sind so schmal, dass nicht mal die Mindestbreite gemäß ERA 2010 erfüllt wird. Wir gehen im Landkreis Harburg damit von einem untersten Ausgangsniveau aus.

Der Landkreis Harburg gehört zur Metropolregion Hamburg. Velorouten aus Hamburg führen bis an die Stadtgrenze. Der Radverkehr in der Stadt nimmt sehr stark zu. Es wird in Hamburg ein Bündnis für Radverkehr angestrebt (http://hamburg.adfc.de/news/hamburg-strebt-buendnis-fuer-den-radverkehr-an/). Alle Signale für umweltfreundliche Mobilität stehen dort auf grün.

Der Landkreis Harburg kann vom Fahrradboom in Hamburg profitieren. Die Hälfte der Städter hat kein eigenes Auto und großes Interesse an komfortablen Radwegen in die Metropolregion. Fahrräder werden immer schneller. Pedelecs und S-Pedelecs werden die Metropolregion erobern, wenn Infrastruktur da ist.

Viele touristische Ziele im Naturpark Rosengarten, in der Lüneburger Heide und an der Elbe können Tagestouristen oder Wochenendtouristen per Fahrrad aus Hamburg anlocken. Es fehlen dafür nur die guten Wege und sichere Fahrradparkplätze. Die Züge des Metronoms bieten komfortable Fahrradwagen, mit denen man weiter in die Region fahren kann. Heide- und Elbshuttle kosten schon Geld und holen erfolgreich Radfahrer in die Region. Wer allerdings in Buchholz, Winsen oder anderen Haltestellen aussteigt und Radwege zu seinen Zielen benutzt wird kaum wieder kommen. Wer sein Ziel dann mehr schlecht als recht erreicht, weiß nicht, wo er sein Fahrrad sicher abstellen kann. Überall findet man riesige Parkplätze für PKW aber gar keine für Fahrräder. So entsteht ein schlechter Ruf, der schwer zu reparieren ist.

Jeder wird die Erfahrung gemacht haben, dass Infrastruktur genutzt wird, wenn sie angeboten wird. Der ADFC Bundesverband hat gerade die Radreiseanalyse der Bundesbürger veröffentlicht, http://www.adfc.de/presse/pressemitteilungen/adfc-radreiseanalyse-11-prozent-mehr-radurlauber-. Danach werden bereits 10% der Gesamtinlandsübernachtungen von Radfahrern gebucht, mit steigender Tendenz. Warum soll der Landkreis auf diese Einnahmequelle verzichten?

Ohne Einsatz von Geld wird dies alles nichts. Deshalb bitten wir alle im Kreistag vertretenen Parteien um die Zustimmung zum Antrag des ADFC Kreisverband Harburg e.V.

Gerne möchten wir auf die AGFK (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen) hinweisen und empfehlen dort beizutreten (http://www.agfk-niedersachsen.de/). Hier werden kommunale Radverkehrsinteressen verfolgt und Fördermittel akquiriert.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.


 

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Radwegschäden im Landkreis Harburg gefährden Radfahrer

Der ADFC Kreisverband Harburg e.V. fordert die Beseitigung der erheblichen Radwegschäden im Landkreis.

Es ist beinahe egal, welchen Radweg man außerorts befährt. Mit nur wenigen Ausnahmen kann man andere Orte nur über ausgewiesene Gefahrenstellen erreichen.

Dieser Zustand widerspricht der vom Landkreis angegeben Förderung des Radverkehrs und bedeutet Gefahr für alle Radfahrenden.

Fraglich ist hier die rechtliche Situation. Darf eine Benutzungspflicht für Radfahrer auf Gefahrenstellen überhaupt angeordnet werden.

Wir meinen „NEIN“.  

Es sind nicht nur die Wege der sog. Alltagsradler betroffen. Viele der schadhaften Strecken sind Anfahrtsrouten zu touristischen Wegen oder auch touristische Wege. Die Gastronomie in der Nordheide bietet Fahrradmietsysteme an. Viele Touristen kommen mit teuren Pedelecs und können diese Wege nicht sicher befahren. Unfälle und Unzufriedenheit bei den Gästen sind vorprogrammiert. Pedelecs fahren schneller und benötigen glatte und breite Wege.

Die Anzahl der Radfahrer steigt ohnehin in der Metropolregion, massiv unterstützt durch die große Zahl von Flüchtlingen, die Fahrräder zur Verfügung haben.

Wir sehen hier ein Problem, das unter hoher Priorität in Angriff genommen werden muss. Alle Teile des Landkreises sind betroffen.

Weitere Links zum Thema:

- Öffnet externen Link in neuem FensterFörderung des Radverkehrs in Landkreis Harburg

- Öffnet externen Link in neuem FensterVerfall des Radwegenetzes (Quelle: shz.de)

- Öffnet externen Link in neuem FensterADFC Diepholz


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    Neues aus dem KV


  • Wichtiges aus der StVO
    finden Sie auf der Seite "StVO für Radfahrende"

  • Aktuelles und interessantes finden
    Sie auf der Seite "Presseberichte"

  • Pressemitteilung Bundesverband
    ADFC-Bundesvorstand mit neuen Profis
    Durchstarten für das Fahrradland Deutschland

  • Fahrradland Niedersachsen
    Broschüre Land Niedersachsen und AGFK

  • Radfahren im Winter
    auch bei Kälte lässt es sich gut radeln