ADFC Landesversammlung 2017 in Rotenburg

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Niedersachsen e.V. hatte für den 18. und 19. März zur Landesversammlung in Rotenburg geladen. Drei Delegierte aus dem Landkreis Harburg, Karin Sager aus Asendorf, Gerhard Hahn aus Hanstedt und Joachim Franke aus Neu Wulmstorf waren als Delegierte des ADFC Kreisverband Harburg e.V. dabei.

Am Freitagabend war bereits Anreise und das informelle Treffen der Delegierten und Gäste fand im Restaurant „Stadtidyll“ statt. Altbekannte und neue Gesichter konnten diesen Abend zum Wiedertreffen, Kennenlernen und Netzwerken nutzen. 

Am Sonnabend waren eine Radtour rund um Rotenburg und Stadtführung im Angebot. Im Heimathaus begann die Versammlung pünktlich um 13.30 Uhr. 81 stimmberechtigte Delegierte wurden mit Stimmkarten und einer Infotasche über Rotenburg ausgerüstet.

Der Landesvorsitzende Dieter Schulz eröffnete die Landesversammlung. Ein Grußwort für die Stadt Rotenburg kam vom Bürgermeister Andreas Weber. Er lobte ganz besonders die gute Zusammenarbeit mit dem örtlichen ADFC unter Leitung von Manfred Petersen. Dann übernahm Stefan Wenzel, Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz und stellvertretender Ministerpräsident das Mikrofon. Er hob besonders den Umweltverbund für die Mobilität der Menschen in den Vordergrund. Das Fahrrad sei dabei genau das richtige Fahrzeug für unseren Planeten.

Weitere formelle Tagesordnungspunkte wurden abgearbeitet. Neue Anträge wurden nicht eingereicht, so dass der Landesvorstand mit dem ausführlichen Rechenschaftsbericht beginnen konnte. Jedes Mitglied des Vorstands berichtete über die Schwerpunkte seiner Arbeit im vergangenen Jahr. Haupttenor war die Stärkung des Radverkehrs aus verschiedenen Richtungen und die Bereitstellung von finanziellen Mitteln im Hinblick auf die Marschrichtung des ADFC Bundesverbandes mit der Forderung Fahrradland Deutschland. Jetzt!

Im Anschluss wurde vom Bundeshauptausschuss berichtet. Es folgte der ausführliche Rechnungsprüfungsbericht.

Nach einer Aussprache, in der die Fragen der Delegierten beantwortet wurden kam es zur einstimmigen Entlastung des ADFC Landesvorstands. Die wohlverdiente Kaffeepause lies alle noch mal durchatmen; dann folgte die Vorstellung des Haushaltsplanes für 2017. Die wichtigsten Punkte wurden besprochen und alle Nachfragen aus der Versammlung beantwortet, so dass es zu einem einstimmen Beschluss des neuen Haushaltsplanes kommen konnte.

Mit einem leckeren Buffet und vielen Unterhaltungen zwischen den Delegierten klang der Abend aus. Sonntag früh ging es sogleich um die Wahlen. Der erste Vorsitzende, Dieter Schulz, wurde wiedergewählt. Das gleiche ergab sich für alle stellvertretenden Vorsitzenden. Eine Frau für den Landesvorstand konnte leider auch für die nächsten zwei Jahre nicht gefunden werden.

Für die Wahl der Delegierten zur Bundeshauptversammlung hatte Joachim Franke sich aus unserem Landkreis beworben, als Gast des Landesverbandes hatte Rüdiger Henze sich bereits aufstellen lassen. Am Ende stand fest, dass Rüdiger Henze gewählt wurde. Der ADFC im Landkreis Harburg hat mit Joachim Franke einen Platz als Ersatzdelegierten erreicht.

Nun konnten die vorliegenden Anträge vorgestellt werden. Dieter Schulz erklärte den Antrag zu den politischen

Forderungen des ADFC zur Landtagswahl 2018. Erreicht werden soll, dass der politische Wille zur wesentlichen Steigerung des Radverkehrsanteils in Niedersachsen festschrieben wird. Nach ausführlicher Beratung wurde dieser Antrag einstimmig von den Delegierten angenommen.

Beim nächsten Antrag, auch vom Landesvorstand, ging es um eine Aktion gegen das Parken auf Rad- und Fußwegen. Diese Aktion soll in Zusammenarbeit mit den Ordnungsbehörden, der Polizei und den Verkehrswachten durchgeführt werden. Auch hier stimmten alle zu.

Der weitere Antrag des Landesvorstandes für ein internes Kommunikationskonzept mit Verpflichtung der Untergliederungen wurde zurückgezogen und als Appell an alle gerichtet, die Aktionen vor Ort mit dem Landesverband zu kommunizieren.

Der Antrag vom KV Braunschweig und dem KV Wolfsburg für den Einsatz des Landesverbandes, die Behörden auf Landesebene zu einer fahrradfreundlichen Leitlinie zu bewegen, wurden an Beispielen mit schlechten verkehrsrechtlichen Anordnungen gut erklärt und am Ende mit wenigen Gegenstimmen angenommen.

Einige Wortmeldungen kamen zum Punkt „Verschiedenes“ bevor der Vorsitzende Dieter Schulz dann die Arbeit des ausrichtenden KV Rotenburg lobte. Ein Roll up des ADFC verblieb als Gastgeschenk in Rotenburg. Die Delegierten bedankten sich mit großem Beifall bei den Ausrichtern und dann war die Landesversammlung 2017 zu Ende. Mit zufriedenen Gesichtern machten sich die Delegierten auf den Heimweg in alle Richtungen Niedersachsens.

Karin Sager, ADFC Kreisverband Harburg e.V. im März 2017

erstellt: Webmaster, 19.03.2017

Tor zur Stadt

Knolli

Wuemme

Nach oben

Wer Rad fahren kann, kann auch Pedelec fahren

Technik, Fahrsicherheit, Verkehrsregeln – Sicher unterwegs mit Pedelec & Co.

200 Jahre nach Erfindung des Fahrrads erobert mit dem Pedelec eine neue Fahrradgeneration Radwege, Innenstädte und Tourismusziele. Pendler nutzen den elektrischen Rückenwind ebenso wie Radreisende oder Senioren, die dank eines Pedelecs das Radfahren wiederentdecken.... (mehr)

Quelle: dvr.de
erstellt: Webmaster, 13.03.2017

Pressemitteilung ADFC Bundesverband vom 09.03.2017


Radreiseanalyse 2017: 16 Prozent Wachstum
Radurlaub rauf - CO2 runter!

Berlin, 9. März 2017
007/17 

Kaum ein Urlaubssegment wächst so dynamisch, wie der Radtourismus in Deutschland. 5,2 Millionen Bundesbürger haben 2016 einen Radurlaub unternommen, das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Da Radurlauber sechs Mal häufiger als Durchschnittsurlauber mit der Bahn und äußerst selten mit dem Flugzeug anreisen, ist Radtourismus eine der nachhaltigsten Reiseformen überhaupt. Darauf wies der Fahrrad-Club heute bei der Vorstellung der ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2017 auf der ITB Berlin hin. Verbesserungsbedarf sahen Radreisende, die den Vergleich zu den Niederlanden hatten, vor allem bei der Wegweisung und der Durchgängigkeit des Radwegenetzes.

Ein Drittel der Radreisenden nutzt die Bahn für An- und Abreise. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Reisenden liegt der Anteil bei nur fünf Prozent. Das Flugzeug spielt als Anreise-Verkehrsmittel der Radreisenden mit knapp 5 Prozent fast gar keine Rolle. Und jeder fünfte Radtourist startet - CO2-neutral - gleich auf dem Rad. Damit ist der Fahrradtourismus eine der umweltverträglichsten Reiseformen überhaupt.

Radreisende geben ihr Geld in Deutschland aus
Für 2017 planen 84 Prozent der befragten Radurlauber eine oder mehrere Radreisen. Dabei wollen nur 36 Prozent ins europäische Ausland und drei Prozent nach Übersee. Die überwältigende Mehrheit – 61 Prozent – wollen in Deutschland Radurlaub machen. Zum Vergleich: Von allen Bundesbürgern planen etwa 30 Prozent in 2017 einen Urlaub in Deutschland. Thomas Froitzheim, ADFC-Tourismusexperte, ordnet das so ein: „Radurlauber geben ihr Geld nicht auf Mallorca aus, sondern hier bei uns in Deutschland. Der Radtourismus ist damit ein wichtiger Wachstumstreiber des Deutschlandtourismus!“ 

Durchschnittsetappe: 65 Kilometer
Radurlauber sind im Schnitt 48 Jahre alt und legen am Tag beachtliche 65 Kilometer zurück. Sieben bis acht Etappen umfasst die durchschnittliche Streckenfahrt – also eine Fahrt mit wechselnden Unterkünften. Im Schnitt dauern diese Reisen neun Tage, davon sind sieben reine Fahrradtage.

Mehr Frauen, mehr Entschleunigung
Dass Radreisende tendenziell zu den Besserverdienenden gehören, ist seit Langem bekannt. Neu ist, dass im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Frauen auf Radrouten unterwegs waren. Ihr Anteil stieg von 33,5 auf 42 Prozent. Als Hauptmotiv für die Wahl der Reiseform nennen die Radreisenden Naturerlebnis, sportliche Betätigung, Gesundheitsförderung und vor allem: Entschleunigung.

Mietrad oder eigenes?
Die meisten Radreisenden schwören auf ihr eigenes Rad. Sieben Prozent der Befragten sagen, dass ihnen der Transport des Fahrrads zu aufwendig oder zu teuer ist – und sie daher am Urlaubsort ein Mietrad genommen haben. Jeder fünfte Radreisende findet es wichtig, dass es am Urlaubsort auch Elektrofahrräder zur Miete gibt. Gute Qualität der Mieträder steht dabei ganz oben auf der Prioritätenliste.    

Radreisende lieben das Wasser
In der Gunst der Radreisenden ganz vorn liegt zum dreizehnten Mal in Folge der Elberadweg. Er besticht durch seine enorme landschaftliche und kulturelle Vielfalt. Die aktuelle Top 10-Liste der beliebtesten Radfernwege in Deutschland lautet (in Klammern die Veränderung gegenüber dem Vorjahr): 

       1.      Elberadweg (±0)
       2.      Weserradweg (±0) und RuhrtalRadweg (gleichauf, +1)
       3.      Rheinradweg (+3)
       4.      Donauradweg (±0) und Ostseeküsten-Radweg (gleichauf, +1)
       5.      MainRadweg (+3)
       6.      Mosel-Radweg (+1)
       7.      Bodensee-Radweg (+2)
       8.      Altmühltal-Radweg (+3)
       9.      Bodensee-Königssee Radweg (+5)
     10.     Oder-Neiße-Radweg (+3).

Beliebteste Regionen sind Bayern, Münsterland und Bodensee
Bayern ist zum sechsten Mal in Folge die beliebteste Radreiseregion im Inland, gefolgt vom Münsterland und der Bodensee-Region. Beachtlich aufgeholt haben beispielsweise der Schwarzwald (+6) und das Ruhrgebiet (+3). Froitzheim: „An den Aufsteigern können wir sehen, dass sich Investitionen in eine hohe Wegequalität und in die Vermarktung auszahlen.“  

Google Maps, Komoot - und Wegweiser
Jeder zweite Radreisende nutzt das Smartphone zur Navigation, dabei liegen Google Maps und Komoot als meistgenutzte Apps ganz vorn. Essenziell für die Orientierung vor Ort ist aber nach wie vor die klassische Karte und vor allem die Wegweisung. Hier äußerten Befragte, die auch die Niederlande als Radreiseland kannten, Kritik. Aus dem Nachbarland sei man eine perfekte, omnipräsente Wegweisung und ein durchgängiges Radwegenetz analog zum Autoverkehrssystem gewohnt – dahinter bleibe Deutschland deutlich zurück.

Bundesweit einheitliche Wegweisung gefordert
Die Kritik deckt sich mit zentralen tourismuspolitischen Forderungen des ADFC. Froitzheim: „Unsere weltweit gelobten touristischen Radwege reichen nicht aus, um Deutschland zum Fahrradland zu machen. Wir brauchen komfortable Radrouten auch für den Alltagsverkehr. Das System muss durchgängig werden. Dasselbe gilt auch für die Wegweisung – hier kann jeder Landstrich machen, was er will. Und manche machen so gut wie gar nichts. Wir brauchen ein hochqualitatives Orientierungssystem als verbindliche Regelung in der Straßenverkehrsordnung.“

Hintergrund zur Radreiseanalyse
Die ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse ist eine repräsentative Online-Befragung unter 7.000 Bundesbürgern. Die Befragung wurde im Winter 2016 / 2017 zum 18. Mal durchgeführt – in diesem Durchgang erstmals mit dem Partner Travelbike. Als Radreise wurde eine Reise definiert, die das Radfahren als eines der Hauptmotive hat und mindestens drei Übernachtungen umfasst. Die vollständigen Ergebnisse der Studie finden Sie im Webdossier zur Radreiseanalyse 2017.

„Fahrradland Deutschland. Jetzt!“
Der Anspruch der Bundesregierung, Deutschland sei auch ein Fahrradland, ist nach Auffassung des ADFC nicht in der Wirklichkeit angekommen. Deutschland ist zwar ein Radtourismus-Paradies, aber im Alltagsverkehr spielt das Fahrrad nach wie vor eine untergeordnete Rolle – anders als beispielsweise in den Niederlanden. Der ADFC stellt das Jahr 2017 – in dem der 200. Geburtstag des Fahrrads gefeiert und der Bundestagswahlkampf stattfinden wird – unter das kämpferische Motto „Fahrradland Deutschland. Jetzt!“. Mit Aktionen im ganzen Bundesgebiet wird der Radfahrerclub auf den dringenden politischen Handlungsbedarf aufmerksam machen. 

Nach oben

Pressemitteilung ADFC Bundesverband 08.03.2017

ITB: ADFC zeichnet Qualitätsradrouten aus
45 Sterne für das Radreiseland Deutschland

Berlin, 8. März 2017
006/17

Gleich zwölf Radfernwege zeichnet der ADFC morgen auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) als Qualitätsradrouten aus. Besonders viele der insgesamt 45 Sterne gehen in diesem Jahr in die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Die ADFC-Tourismusexperten Gabi Bangel und Frank Hofmann zeichnen auf der weltgrößten Reisemesse als ADFC-Qualitätsradrouten aus:

Nordwesten
Weser-Radweg (515 km): 4 Sterne
Diemelradweg (112 km): 4 Sterne
RuhrUfer-Radweg (181 km): 3 Sterne
Lahntalradweg (250 km, 4. Mal): 4 Sterne
Töddenland-Radweg (123 km, 2. Mal): 3 Sterne
Paderborner Land Route (258 km, 2. Mal): 3 Sterne

Südwesten
Deutsche Donau (610 km): 4 Sterne
DonauTÄLER (319 km): 4 Sterne
Südschwarzwald-Radweg (319 km, 3. Mal): 4 Sterne
Radrunde Allgäu (450 km, 2. Mal): 4 Sterne
Glan-Blies-Radweg (131 km, 2. Mal): 4 Sterne
Saar-Radweg (126 km, 2. Mal): 4 Sterne

Kurzporträts aller Routen gibt es auf www.adfc.de/sternerouten

Herausforderung: Regionale Interessen koordinieren
Bangel: „Besonders toll ist, dass jetzt auch die langen Flussradwege, wie der Deutsche Donau- und der Weserradweg, auf ein einheitliches Qualitätsmanagement setzen. Der Weser-Radweg durchquert vier Bundesländer – die Koordination der vielen touristischen Akteure ist hier eine Marathon-Aufgabe. Das haben alle mit Bravour geschafft!“   

Rund 12.000 ADFC-geprüfte Radkilometer
37 Qualitätsradrouten in Deutschland und grenzüberschreitend in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich und Ungarn sind damit nach ADFC-Kriterien klassifiziert. Das Gesamtnetz der ADFC-Qualitätsradrouten und ADFC-RadReiseRegionen ist damit auf über 11.800 Kilometer angewachsen.

Kriterien für ADFC-Qualitätsradrouten
Eine Qualitätsradroute muss mindestens 100 Kilometer lang sein und einen Qualitätsbeauftragen als zentralen Ansprechpartner haben. Bei der Bewertung spielen Wegweisung, Oberfläche, Verkehrssituation und Serviceleistungen entlang der Strecke die zentrale Rolle. Die Klassifizierung gilt für drei Jahre und kann danach auf Wunsch des Betreibers neu beantragt werden.     

ADFC präsentiert Radreiseanalyse auf der ITB
Der ADFC ist mit vollem Programm auf der Internationalen Tourismus Börse vertreten. Am 9. März werden die Ergebnisse der Radreiseanalyse 2017 gemeinsam mit dem Partner Travelbike vorgestellt. Highlights sind die Top 10 der beliebtesten Radfernwege und die gefragtesten Ziele der kommenden Saison. Bei der Fachveranstaltungsreihe Fahrradtourismus am 9. und 10. März geht um die spannenden Segmente Rennradtourismus und Städtetourismus per Rad, um die optimale Vermarktung von Radfernwegen und um die Erfolgsrezepte zweier ADFC-Qualitätsradrouten: RuhrtalRadweg und Weser-Radweg. Die nagelneue Broschüre „Deutschland per Rad entdecken“ und viele weitere Tipps und Inspirationen für die nächste Radreise gibt es am ADFC-Stand Halle 12 / Stand 102. Wir sind Partner der Deutschen Zentrale für Tourismus. 

Nach oben

Pressemitteilung ADFC-Bundesverband

ADFC: „Keine Kompromisse beim Schutz der Verletzlichsten!“
Bundesrat will Tempo 30 vor Kindergärten aufweichen

Berlin, 3. März 2017
005/17

Der Verkehrsausschuss des Bundesrats hat dem Bundesverkehrsministerium vorgeschlagen, die Anordnung von Tempo 30 an Kindergärten, Schulen und Altenheimen deutlich zu erschweren. Durch eine entsprechende Verwaltungsvorschrift würde eine erst im Herbst 2016 beschlossene, fortschrittliche Änderung der Straßenverkehrsordnung in Teilen wieder zurückgenommen. Der ADFC kritisiert den Vorschlag scharf und appelliert dringend an den Bundesrat, in der Sitzung am 10. März den Ausschussempfehlungen zu widersprechen.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Es ist unfassbar, dass in Deutschland das berechtigte Interesse der Gesellschaft an Sicherheit und Lebensqualität immer wieder dem Diktat des schnellen Autoverkehrs untergeordnet werden soll! Der Bundesrat darf nicht dazu beitragen, die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer aufs Spiel zu setzen!“

Nach dem jetzt publizierten Vorschlag des Verkehrs- und des Innenausschusses des Bundesrates (S. 7 - 9) für die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung soll Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen weiter die Ausnahme und nicht die Regel sein. An mehrspurigen Straßen wäre Tempo 30 gar nicht zulässig. Auch soll es nicht möglich sein, zwischen zwei nur wenige hundert Meter voneinander entfernten Tempo 30-Zonen ebenfalls Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit anzuordnen. Diese Vorschläge hält der ADFC für kleinkariert und kontraproduktiv für die Sicherheit von ungeschützten und besonders verletzlichen Verkehrsteilnehmern. Stork: „Mehrspurige Straßen vor Kitas und Krankenhäusern müssen Tempo 30 haben – alles andere ist verantwortungslos!

Das Europäische Parlament hat sich 2011 aus Gründen der Verkehrssicherheit für Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften ausgesprochen. Auch der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesverkehrsministerium empfiehlt Tempo 30 innerorts. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club fordert Tempo 30 innerorts seit vielen Jahren, unter anderem in seinem Verkehrspolitischen Programm. Weitere Fakten zu Tempo 30 haben ADFC-Verkehrsexperten in einem Webdossier zusammengestellt.

erstellt: Webmaster, 06.03.2017

Pressemitteilung ADFC-Hamburg zur Radreise-Messe 2017

4200 Besucher auf der ADFC Radreise-Messe in der Sporthalle Hamburg

Am gestrigen Sonntag, 26. Februar, strömten 4200 Besucher in die Sporthalle Hamburg zur traditionsreichen ADFC Radreise-Messe. Große Zufriedenheit seitens der Aussteller, ein leichtes Plus bei der Besucherzahl und glückliche Gewinner beim Best Bike Shirt Contest machten die Premiere am neuen Standort zum großen Erfolg. 

Besonders prägnant war das hohe Besucheraufkommen an allen Ständen. Radreise-Anbieter, Regionen, Fahrradmarken und lokale Händler sowie Ausrüster mit Karten, Helmen und anderem Zubehör zeigten sich gleichermaßen sehr zufrieden mit dem interessierten Publikum. Präsentiert wurden attraktive Produktneuheiten auf dem Fahrradmarkt und neue Radreisen für den Traumurlaub 2017. 

Die Hamburger Verkehrspolitik sorgte für große Emotionen. Der Stand der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation zu den Velorouten war ebenso hochfrequentiert wie der Stand des ADFC-Arbeitskreises Velorouten und der ADFC-Kampagne „Läuft!“ für Tempo 30. Viele weitere ADFC-Ehrenamtliche standen zur Beratung über GPS am Rad zur Verfügung und informierten als Reiseradler über Ihre Radreisen rund um den Globus. 

Viele der Besucher waren dem Aufruf zum „Best Bike Shirt Contest“ gefolgt und trugen T-Shirts mit Fahrradmotiven, um sich darin fotografieren zu lassen. Die Bilder und Gewinner werden in Kürze auf www.radreise-messe.de veröffentlicht. Am Nachmittag freuten sich alle Teilnehmer über tolle Preise von Globetrotter, Bike Citizens und Fahrrad Cohrt. 

Der herzliche Dank des Veranstalters ADFC Hamburg gilt insbesondere den über 150 ehrenamtlichen HelferInnen sowie den Ausstellern und dem Team der Sporthalle Hamburg. 

erstellt: Webmaster, 27.02.2017

Pressemitteilung "Kreismitgliederversammlung 2017"

ADFC: Gute Rad-Infrastruktur für alle. Jetzt!

Die Mitgliederversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Kreisverband Harburg e.V. am 30. Januar im Hotel Sellhorn in Hanstedt brachte neuen Schwung in den ehrenamtlich arbeitenden Verband. Knapp 30 Mitglieder legten die Richtung der Aktivitäten fest. Vor Beginn der Versammlung wurde an Nele Dierksen (Hotel Sellhorn) ein Blumenstrauß als kleines Dankeschön für die Unterstützung des ADFC überreicht.

Nach der Begrüßung durch Karin Sager, Vorsitzende des ADFC Kreisverbands, berichtete der Erste Kreisrat, Kai Uffelmann, von neuer Mobilität im Landkreis Harburg. Zur E-Mobilität gehöre nun das Pedelec, das Fahrrad mit Motorunterstützung, zum täglichen Bild auf den Straßen. Eine Fahrt zur Arbeit im Anzug wäre mit so einem Fahrrad bei Strecken um die fünf Kilometer ganz einfach möglich. Freizeitradler könnten mit schnellen Pedelecs sogar die Entfernung von Hamburg in den Landkreis Harburg überwinden.

Vom ADFC Landesverband war der Vorsitzende Dieter Schulz angereist. Er lobte den ADFC Kreisverband Harburg wegen des aktiven Einsatzes für umweltfreundliche Mobilität im ländlichen Raum und berichtete vom neuen Fachausschuss Radverkehr auf Landesebene. Schulz sagte, dass der Fahrradboom die Arbeit des ADFC enorm unterstütze und alle Kommunen gefordert seien, Infrastruktur für alle Radfahrer zu schaffen.

Sager berichtete dann von vielen Erfolgen, die der ADFC im Landkreis Harburg auf den Weg bringen konnte. Dazu gehören u.a. die Mitgliedschaft des Landkreises in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) und die Beteiligung an der Fortschreibung des Radwegkonzeptes an den Landesstraßen. Es wurden mehrere Stellungnahmen zu aktuellen Baumaßnahmen abgegeben und die Zusammenarbeit mit dem ADFC im Bezirk Hamburg Harburg zum Thema Velorouten und Tempo 30 aufgenommen. Die Hauptthemen für 2017 sind die Infrastruktur zum Radfahren, das Fahrradparken und die Veloroute von Lüneburg nach Buchholz auf der ehemaligen Bahnstrecke.

Schatzmeisterin Alexa Vetter konnte von hohen Umsätzen im Kreisverband berichten. Die meisten ADFC Ortsgruppen waren bis Ende 2016 mit den Fahrradwerkstätten für Flüchtlinge beschäftigt. Kreisweit konnten über 500 gespendete Fahrräder mit Ersatzteilen wieder verkehrssicher gemacht und an Flüchtlinge übergeben werden. Es wird für die Fahrradcodierung geworben und ein neues Gerät soll dafür angeschafft werden. Weitere Kosten entstehen durch die Ausbildung zertifizierter Tourenleiter/innen im ADFC Kreisverband Harburg e.V.

Nach Abstimmung über den neuen Haushaltsplan, der Entlastung des Vorstandes und diversen Satzungsänderungen standen die turnusmäßigen Wahlen an. Klaus Boenert schied aus und wurde mit viel Beifall und einem schönen Blumenstrauß belohnt. Karin Sager (Asendorf) wurde wieder für zwei Jahre als Vorsitzende des ADFC Kreisverbandes bestätigt. Alexa Vetter (Buchholz), Arno Neumann (Winsen) und Joachim Franke (Neu Wulmstorf) wurden als stellvertretende Vorstände gewählt.

Die Vertreter der inzwischen sechs ADFC Ortsgruppen im Kreis Harburg berichteten von geführten Radtouren, Codieraktion und weiteren Aktivitäten vor Ort. Gerade vor einer Woche wurde die Ortsgruppe in Neu Wulmstorf wieder gegründet.

In diesem Jahr wird das Fahrrad 200 Jahre alt und der ADFC Kreisverband Harburg e.V. hat 25jähriges Jubiläum. Nach einer Sternfahrt aller Ortsgruppen wird am 21. Mai in Hanstedt auf dem Alten Geidenhof gefeiert.

Karin Sager für den ADFC Kreisverband Harburg e.V., 31. Januar 2017

erstellt: Webmaster, 01.02.2017

Darum geht es...

Dankeschön Hotel Sellhorn

Karin Sager bei der Begrüßung - Landesvorsitzender Dieter Schulze hört aufmerksam zu

Erster Kreisrat Kai Uffelmann

Aufmerksame Mitglieder

verfolgen interessiert die Versammlung

"Kleine" Belohnung für die alte und neue Kreisvorsitzende für die geleistete Arbeit

Klaus Boenert verabschiedet sich aus dem Kreisvorstand. Danke Klaus für die geleistete Arbeit

Nach oben

Antrag des ADFC an die Fraktionen des Kreistages

zur Bereitstellung finanzieller Mittel zur Umsetzung der Ziele des Radverkehrskonzeptes im Landkreis Harburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist allen bekannt, dass die Infrastruktur für Radfahrende im Landkreis Harburg nicht nur schlecht sondern weitreichend katastrophal ist. Der Fokus im Bereich Mobilität wurde bisher rein auf den MIV (motorisierten Individualverkehr) gelegt. In der Folge fehlen benutzbare Radwege zwischen den Orten im Kreis Harburg, Fahrradparkplätze und gute Schutzstreifen innerorts. Die Beschilderung in den Dörfern ist fast überall 30 Jahre oder älter und entspricht nicht den Vorschriften der seit fast 20 Jahren geltenden Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Der Landkreis hat ein Radverkehrskonzept in Auftrag gegeben, das die Mängel und die Erfordernisse für eine bedarfsgerechte Radverkehrsinfrastruktur aufzeigen wird. Es wird eine Prioritätenliste erarbeitet, die dann auch umgesetzt werden muss. Dafür muss Geld bereitgestellt werden.

Der ADFC Kreisverband Harburg e.V. fordert für einen Anschub zur Umsetzung der ersten Maßnahmen eine Bereitstellung von 10 EUR pro Einwohner und Jahr (2017), um die schwersten Schäden (Gefahrenstellen) zu beheben und Baumaßnahmen der höchsten Priorität zu ermöglichen. Zu lange wurde gar nichts repariert. Für die weiteren Jahre sollten jeweils mindestens 6 EUR pro Einwohner zur Verfügung stehen.

Schon der Nationale Radverkehrsplan 2020 des Bundesministeriums schätzt den Mittelbedarf der Kommunen (Städte und Gemeinden) für den Neubau, der Erhaltung und den Betrieb der Infrastruktur auf etwa 6 bis 15 EUR. Bei dem Ziel, einen guten Standard zu erreichen, wird von 8 bis 19 EUR pro Einwohner ausgegangen (Seite 63). Für die Landkreise geht man von einem Bedarf von 1 bis 6 EUR pro Einwohner und Jahr aus, je nach Ausgangsniveau.

Die ausgewiesenen Radwege im Landkreis sind so schlecht, dass sie größtenteils als Gefahrenstellen beschildert sind. Viele Wege sind so schmal, dass nicht mal die Mindestbreite gemäß ERA 2010 erfüllt wird. Wir gehen im Landkreis Harburg damit von einem untersten Ausgangsniveau aus.

Der Landkreis Harburg gehört zur Metropolregion Hamburg. Velorouten aus Hamburg führen bis an die Stadtgrenze. Der Radverkehr in der Stadt nimmt sehr stark zu. Es wird in Hamburg ein Bündnis für Radverkehr angestrebt (http://hamburg.adfc.de/news/hamburg-strebt-buendnis-fuer-den-radverkehr-an/). Alle Signale für umweltfreundliche Mobilität stehen dort auf grün.

Der Landkreis Harburg kann vom Fahrradboom in Hamburg profitieren. Die Hälfte der Städter hat kein eigenes Auto und großes Interesse an komfortablen Radwegen in die Metropolregion. Fahrräder werden immer schneller. Pedelecs und S-Pedelecs werden die Metropolregion erobern, wenn Infrastruktur da ist.

Viele touristische Ziele im Naturpark Rosengarten, in der Lüneburger Heide und an der Elbe können Tagestouristen oder Wochenendtouristen per Fahrrad aus Hamburg anlocken. Es fehlen dafür nur die guten Wege und sichere Fahrradparkplätze. Die Züge des Metronoms bieten komfortable Fahrradwagen, mit denen man weiter in die Region fahren kann. Heide- und Elbshuttle kosten schon Geld und holen erfolgreich Radfahrer in die Region. Wer allerdings in Buchholz, Winsen oder anderen Haltestellen aussteigt und Radwege zu seinen Zielen benutzt wird kaum wieder kommen. Wer sein Ziel dann mehr schlecht als recht erreicht, weiß nicht, wo er sein Fahrrad sicher abstellen kann. Überall findet man riesige Parkplätze für PKW aber gar keine für Fahrräder. So entsteht ein schlechter Ruf, der schwer zu reparieren ist.

Jeder wird die Erfahrung gemacht haben, dass Infrastruktur genutzt wird, wenn sie angeboten wird. Der ADFC Bundesverband hat gerade die Radreiseanalyse der Bundesbürger veröffentlicht, http://www.adfc.de/presse/pressemitteilungen/adfc-radreiseanalyse-11-prozent-mehr-radurlauber-. Danach werden bereits 10% der Gesamtinlandsübernachtungen von Radfahrern gebucht, mit steigender Tendenz. Warum soll der Landkreis auf diese Einnahmequelle verzichten?

Ohne Einsatz von Geld wird dies alles nichts. Deshalb bitten wir alle im Kreistag vertretenen Parteien um die Zustimmung zum Antrag des ADFC Kreisverband Harburg e.V.

Gerne möchten wir auf die AGFK (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen) hinweisen und empfehlen dort beizutreten (http://www.agfk-niedersachsen.de/). Hier werden kommunale Radverkehrsinteressen verfolgt und Fördermittel akquiriert.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.


 

Nach oben

© 2017 ADFC Kreis Harburg


    Neues aus dem KV


  • Wichtiges aus der StVO
    finden Sie auf der Seite "StVO für Radfahrende"

  • Aktuelles und interessantes finden
    Sie auf der Seite "Presseberichte"

  • 08.03.2017
    Pressemitteilung Bundesverband zur ITB
  • 01.02.2017
    Berichtzur Kreismitgliederversammlung 2017
  • Pressemitteilung Bundesverband
    Verkehrsgerichtstag stärkt ADFC-Vorschläge!
  • Pressemitteilung KV Harburg
    Landkreis Harburg träumt noch von heiler Autowelt!