Startseite Dieses & Jenes Im (Radfahrer-)Himmel ist der Teufel los
Im (Radfahrer-)Himmel ist der Teufel los Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Volker Bandke   

Münster in Westfalen?  Wir erinnern uns: das große Vorbild für die Verkehrsplaner der Republik. So wie dort sollte es überall sein.

 

Wirklich?

 

Nach Berichten der Polizei geht es dort gar nicht paradiesisch zu: Im Gegenteil, so der Bericht der Polizei, es sei der Teufel los. Radfahrer benähmen sich, trotz hoher Polizeipräsenz, wie die Schweine und würden Unfälle provozieren am laufenden Band. Sie würden links fahren, Gehwege benutzen und kennen auch keine roten Ampeln mehr, so die Klage der dortigen Verwaltung.

Und das ist kaum verwunderlich.  Münster hat den größten Radverkehrsanteil von allen Städten in Deutschland.  Im Umkehrschluss - Münster hat eine besonderes niedrige KFZ Rate.  Die Straßen sind also ziemlich frei,  Nur dürfen die Radfahrer nicht auf diesen Straßen fahren!

Es gibt nämlich ein dichtes Netz von benutzungspflichtigen Radwegen. MIt anderen Worten, all die vielen Radfahrer sollen sich auf den Radwegen drängeln, während die Straßen radfahrerfrei sein sollen.  Im gleichen Maße wie man Radfahrer von der Straße verdrängt verlieren diese das Bewusstsein, Fahrzeugführer zu sein, und sie benehmen sich eher wie Fußgänger - mit entsprechenden Folgen (s.o.)

Wer von den Radfahrern erwartet, daß sie sich mit vollem Ernst am Straßen­verkehr beteiligen, der muss umgekehrt aber auch die Radfahrer ernst nehmen, anders funktioniert das nicht! Dazu gehört auch, daß Fahrräder auf der Fahrbahn keine Ausnahme sein dürfen, sondern eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein müssen.

 

Zum Vergleich werfen wir mal einen Blick auf Paris. Dort läuft seit einigen Jahren das Projekt ext_linkVelib, ein gut funktionierendes Fahrrad­verleihsystem, das von der Bevölkerung und von Touristen gerne angenommen wird. Mit diesem Projekt ist es gelungen, den Radverkehrsanteil in der französischen Hauptstadt deutlich zu vergrößern. Auf den Bau von Radwegen hat man hingegen ganz bewußt verzichtet, die Dinger sollen sogar auf den Fahrbahnen fahren. Die Autofahrer werden sich schon daran gewöhnen, sagt die dortige Stadt­verwaltung, und der Erfolg gibt ihr Recht. Es stieg zwar die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrer­beteiligung, mehr noch stieg aber die Zahl der Radfahrer, so daß unterm Strich die Bilanz eindeutig positiv ist.

Hallo Münster, nachmachen!

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 16:19 Uhr
 
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