Die alljährliche Jagd auf die Radfahrer ist wieder freigegeben
Landauf, landab scheint die Autolobby zur Herbstjagd auf die Radfahrer geblasen zu haben. Anders kann man es nicht auffassen, wenn man die vielen, vielen Artikel über die ach so bösen Radfahrer zur Zeit in so ziemlich jeder Zeitung findet, wie etwa
Natürlich wollen wir nichts beschönigen: Wir alle haben schon Geisterradler und Fußwegfahrer gesehen, und ich kenne auch einige, die ohne große Gewissenbisse mal eben eine rote Ampel ignorieren oder eine Einbahnstraße in der falsche Richtung durchfahren. Dies sind keine "lässlichen Sünden"!
Aber ein wenig Grundlagenforschung wäre doch angebracht, bevor man kritiklos irgendwelche Zahlen in die Zeitung schreibt :)
1) Wenn so viele Radfahrer die Fußwege benutzen, die Einbahnstraße in falscher Richtung befahren, oder als Geisterradler unterwegs sind, hat das sicher auch zu einem großen Teil mit verfehlter Planung der Radverkehrsanlagen zu tun. Wenn an den Bedürfnissen des Radverkehrs sowie der Radfahrer vorbei geplant wird, ist dieses Verhalten in gewissem Sinne schon verständlich
2) Ein außergewöhnlich großer Prozentsatz der Verstöße wird begangen von Kindern unter 15 Jahren. (Siehe etwa Polizeistatistik in Berlin). Ein deutliches Indiz, das es mit der Verkehrserziehung in den Schulen hapert. The Radfahrausbildung in der Grundschule alleine ist nicht hinreichend, die Mobilitätserziehung sollte auf Schüler aller Alterstufen und Klassen ausgedehnt werden: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!
3) Der ADAC hat kürzlich Beleuchtungskontrollen durchgeführt, und bemängelt, das fast 50% der Fahrräder gar nicht mit einer Beleuchtuingsanlage ausgestattet waren. Wessen Versagen liegt denn hier vor? Wem sollte man ein Bußgeld abverlangen: dem Käuder, denen ein nicht zugelassenes Fahrzeug angedreht worden ist? Oder dem Verkäufer ?..
Ach ja, man werfe doch mal einen Blick diese Seite: http://www.hartje.de/adac/faltrad_7_gang.htm. Fält auch da etwas auf? Etwa im Zusammenhang mit ADAC und fehlender Beleuchtung?
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