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Kommentar zum Leserbrief
Die STVO-Novelle 2005 brachte wegen der fehlenden Radweg/Gehwegbreite den Schutzstreifen auf dem Seppenser Mühlenweg. Da dieser Weg von Radfahrern gern und viel frequentiert wird, um die Naherholungsgebiete Badesee Holm Seppensen, Büsenbachtal, Wörme, Handeloh und Inzmühlen mit dem Rad zu erreichen, haben wir als ADFC diese Maßnahme sehr begrüßt. Das Beparken im Bereich Lerchenweg und Otto Koch Kampfbahn war uns insbesondere wenn wir mit Gruppen unterwegs waren, ein Dorn im Auge, weil wir von dem Schutzstreifen auf die Fahrbahn ausweichen mussten.
Es stellt sich die Frage, ob bei der Planung des Wohngebietes "Lerchenweg" zu wenig Kfz-Stellplätze je Wohneinheit vorgesehen waren. Die Ausweisung von Parkraum für die Otto-Koch Kampfbahn (Tennisplätze,Fußballplatz und Tanzsportzentrum) scheint bei Fußballspielen dem Besucheransturm bei Weitem nicht gerecht zu werden, denn dann ist der Mühlenweg beidseitig beparkt. Dass die Stadt Buchholz nach der Novelle 2009 ohne Vorankündigung die Fahrradschutzstreifen entfernte, also die höhere Sicherheit der Radfahrer zugunsten von mehr Parkraum für Autos opferte, ist als Rückschritt für die Fahrradfreundlichkeit zu bewerten.
Vor etlichen Jahren erteilte die Jury des Wettbewerbs "Fahrradfreundliche Kommune" der Stadt Buchholz den 2. Platz. Ausschlaggebend waren derzeit zukunftweisende Konzepte, wie ein Radwegenetz,(in dem noch viele Lücken geschlossen werden müssen), eine Haushaltsstelle für Radverkehr im Haushaltsplan der Stadt, eine Stelle des "Fahrradbeauftragten", gelbe Haltegriffe für wartende Radler an Ampeln und Vieles mehr. Nach diesen "Vorschuß-Lorbeeeren" scheint jetzt eine Auto-dominante Politik zu regieren, wenn man sich die aktuellen Projekte wie OST-Ring, Kabenhof (Pendlerparkhaus ohne Fahrradstation!), Pendlerparkhaus Rüttgerstraße (mit 56 Fahrradstellplätzen, hoffentlich gebührenfrei wie die blauen Sammelkäfige!) ansieht.
Steht die "Förderung des Radverkehrs" und "Fahrradfreundlichkeit" noch auf der Agenda der "Familien-Stadt Buchholz" und der "Sport-Stadt Buchholz"? Ein deutliches und zugleich kurioses Bild bot sich im vergangenen Sommer vor dem Rathaus: Die feierliche "Eröffnung des Leine-Heide-Radweges" auf der Rathauswiese fand parallel zu dem "Mercedes-Cabrio-Treffen" auf dem Rathausvorplatz statt.
Ich wünsche mir in Zukunft, dass das umweltfreundliche, gesunde, sportliche und familienfreundliche Verkehrsmittel "Fahrrad" eine bessere Lobby erhält.
Reimund Rudkowski, 1. Vorsitzender der ADFC Ortsgruppe Buchholz
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