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Mit dem Fahrrad von Nord nach Süd? In Neu Wulmstorf Fehlanzeige!
Wer von Rade mit dem Fahrrad auf asphaltierten Straßen von Rade nach Rübke fahren möchte, muss seit 1 ½ Jahren über Buxtehude oder über Neugraben fahren, denn in Neu Wulmstorf sind an der Bahn alle Nord-Süd-Verbindungen unterbrochen.
Da gab es die Liliencronstraße. Eine wunderschöne Nebenstrecke mit neuem Asphalt durch das Moor. Leider wurde bei den Planungen für das Industriegebiet dieser Weg nicht berücksichtigt. Während man zur Zeit hinter der Schranke auf provisorisch geschotterten Wegen um die einzige Halle noch herumfahren kann, wird es damit vorbei sein, wenn die Baustelle der B3 neu bis dorthin fortschreitet.
Da gibt es die Schifferstraße. Bis zur Schranke ist die Straße noch asphaltiert, jenseits gibt es nur noch Schotter.
Und da gab es als dritte Möglichkeit die Schranke an der Bahnhofstraße. Seit die Schranke durch den Autotunnel und den Fußgängertunnel ersetzt worden ist, haben Radfahrer ein Problem. Wurden sie schlicht und einfach vergessen?
Der Autotunnel ist ausdrücklich für Radfahrer verboten. Warum eigentlich? Es ist maximal Tempo 30 erlaubt, das erreichen Radfahrer bergab auch. Sie wären also noch nicht mal ein großes Verkehrshindernis. Der ADFC Neu Wulmstorf hat schon vor 1 ½ Jahren gefordert, den Autotunnel für Radfahrer freizugeben, damit schnelle Radfahrer ihn benutzen können.
Für den Fußgängertunnel gibt es auf der Nord- und auf der Südseite je eine Rampe, die aber eher geeignet erscheint, behinderten Menschen ein barrierefreies Wechseln zum anderen Bahnsteig zu ermöglichen, als als Radweg zu dienen. Auf der Südseite ist diese Rampe als gemeinsamer Fuß/Radweg gekennzeichnet. Das heißt, dass Radfahrer mit Rücksicht auf Fußgänger fahren dürfen, auch wenn manch einer von der Gemeindeverwaltung das Schieben empfiehlt.
Auf der Nordseite ist kein Schild angebracht. Heißt das, dass die Bahnhofsunterführung eine Einbahnstraße für Radfahrer ist? Wenn ja, wo geht es zurück?? Wurde das Schild anderthalb Jahre lang vergessen? Das wäre peinlich! Oder werden dort regelmäßig Schilder aufgestellt und von Radfahr-Gegnern immer gleich wieder entfernt?
Im Tunnel selbst ist jedenfalls kein Platz für Radfahrer, zumindest nicht, wenn ein Zug aus Hamburg angekommen ist. Schade, dass nicht wenigstens 2 m des Tunnels für Radfahrer abmarkiert und extra gekennzeichnet wurde – das lässt die Gemeinde Neu Wulmstorf nicht fahrradfreundlich erscheinen.
Während ortskundige Neu Wulmstorfer zähneknirschend durch den Fußgängertunnel schieben, werden Touristen und andere fremde Radfahrer völlig im Unklaren über den Radweg gelassen. Wer aus Neu Wulmstorf kommt und Richtung Elbe weiterfahren will, ist über das abrupte Ende des Radweges mehr als verblüfft. Keinerlei Hinweis, wo es weitergeht, nur das Verbotsschild sticht ins Auge.
Wer aus Norden kommt, weiß bei der abknickenden Vorfahrt auch nicht, wo er fahren soll. Es gibt dort keinen Hinweis darauf, dass Radfahrer nicht mit der Vorfahrtsstraße durch den Tunnel fahren können. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass es geradeaus weiter gehen könnte…
Anscheinend sind Fahrradtouristen und Alltagsfahrer in Neu Wulmstorf nicht erwünscht. Sonst wäre der Tunnel mit entsprechenden Presseerklärungen längst für Radfahrer geöffnet, die Rampe auf der Nordseite wäre beschildert und hätte Richtung Apfelgarten eine Extra-Öffnung und der Fußgängertunnel wäre geteilt, mit Fahrradsymbolen markiert und mit 2 Spiegeln ausgestattet, damit Radfahrer sich gegenseitig sehen können. |